At Least There Are No Mosquitoes – Finnmark Tour

Der weiten Verbreitung hochqualitativer Videoausrüstungen für den Heimgebrauch ist es zu verdanken, dass zahlreiche Fliegenfischer ohne die Unterstützung von Tackleherstellern und professionellem Film- und Tonstudios, ihre Ausflüge an das Wasser dokumentieren. Der videoaffine Heimproduzent schafft es womöglich schnell, die Eindrücke der Momente am Wasser festzuhalten und diese semiprofessionell – mittels erschwinglicher Editierungssoftware – zu einem kohärenten visuellen Ereignis umzusetzen.

Schwieriger erweist sich die Tonmischung – ’schmähone‘ Dubbing genannt – mit stimmigen Soundatmosphären oder sprachlichen Erzählungen. Jeder der sich einmal an Sounddesign oder Stimmaufnahmen versucht hat, kann das bezeugen. Somit versucht der Heimproduzent diese Hürde zu umgehen, indem die Aufnahmen mit Musik unterlegt werden. Bekanntlich sind Geschmäcker unterschiedlich, doch die vermittelten Eindrücke – Video in Kombination mit Audio – sind entweder ’stimmig‘, oder wie leider in den meisten Videos dieses Genres, die auf das Stilmittel Naturaufnahme mit musikalischer Untermalung zurückgreifen, sperrig und disjunkt.

Doch zu der kleinen Gruppe an Heimproduzenten, die ein besonderes Gefühl für das Zusammenspiel von Landschaftsaufnahmen und Musik besitzen, zählen ohne jeglichen Zweifel die fränkischen Jungs, die sich hinter der Bezeichnung Meefischli verbergen. Ich hatte auch keine Ahnung, dass Meefischli eine mainfränkische Spezialität sind. Bei diesem in Eigenregie produziertem Video sitzt einfach jeder Schnitt in Bezug auf das gesungene Wort. Schöne Aufnahmen die einen stringenten Bogen spannen von Hoffnung, Plagen und Enttäuschung hin zu der Erlösung und Einheit mit sich selbst und seiner Umgebung, inklusive beneidenswert schönen Fischen. Ich frage mich, wozu die jungen Herren im Stande wären, stehe ein Tonregisseur mit Studio zur Verfügung.

Comments

  1. Heribert Hahne says:

    Sehr schoen gemachtes Video. Ich finde den Film, nur mit Musik untermalt, sehr gelungen. Wie Du schon sagst – ein schlechter Kommentar oder amateurhaft gemachte Geraeuschkulisse kann die besten Aufnahmen kaputt machen. Aber – der Titel ist eine glatte Luege! (Verstehe natuerlich den Sinn der dahinter steckt)
    Ausser auf West Groenland und Sibirien habe ich nur noch in Finnland eine solche Menge an menschfressenden Muecken erlebt. Gut – muss gestehen, auch in manchen Ecken von Nord Kanada – im Yukon zum Beispiel – gibt es Ecken, in denen man nicht ohne Muscol und Kopfnetz ueberleben kann.

    • Hallo Heribert,
      Du hast natürlich Recht – und das Kopfnetz der Macher ist an vielen Einstellungen erkennbar. Wie Du auch sinnerfassend erkannt hast, ist der Titel wohl etwas ‚tongue in cheek‘.
      Liebe Grüße nach Kanada
      Tankred

  2. Hi Tankred,

    vielen Dank für den Hinweis auf dieses sehr stimmige Video!

    Bis bald
    Alex

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: