Unwort des jungen Jahrhunderts: Terrorismus

Mit dem Anschlag auf das World Trade Center im September 2011 hat sich alles verändert. Am meisten der inflationäre Gebrauch des Wortes Terrorismus, zur Legitimation eigener Gewaltanwendungen gegen tatsächliche oder vermeintliche Gegner der eigenen Interessen. Denke ich zurück an frühe terroristische Ereignisse meiner Lebzeit – RAF, Bombenattentat auf das Oktoberfest, Anschlag von Bologna und in Wien-Schwechat, IRA Anschlag Manchester – so entsprachen alle Attentate den geläufigen Definitionen. Dass “Terrorismus die Erzeugung von Schrecken“ (Pehlivan) bedeutet, dass “Terrorismus der nachhaltige und verdeckt operierende Kampf auf allen Ebenen durch die bewusste Erzeugung von Angst durch schwerwiegende Gewalt…“ (Bockstette) sei.

Werde ich heute in den Medien mit dem Wort Terrorismus konfrontiert, gesellt sich zu rechts-und linksgerichteten Attentätern, den Anschlägen nationaler und religiöser Terrorgruppen, eine bunte Mischung aus Individuen die so gar nicht in mein Bild von Staatsfeinden passen wollen. Menschen die von ihrem Recht Gebrauch machen, ihre Stimme auf der Strasse, am Land, in den Wäldern und an den Küsten, gegen desaströse Bauvorhaben, Infrastruktureinrichtungen, wirtschaftliche Abkommen zu richten.

Seit 2002 geistert der vom FBI geprägte Begriff des Ökoterrorismus durch die Medien. Per FBI Definition: „…die illegale Verwendung oder die Androhung von Gewalt durch eine politisch oder sozial motivierte Gruppe beziehungsweise einen einzelnen Bürger der Vereinigten Staaten gegen Personen oder Eigentum, mit dem Ziel, eine Regierung, die Gesellschaft oder eine Gruppe einzuschüchtern beziehungsweise unter Druck zu setzen.

Der Schweizer Historiker, Friedens- und Energieforscher liegt nicht ganz unrichtig in seiner Meinung, „ dass sich Terrorismus mehr als irgendeine andere militärische Strategie dazu [eignet], die Bevölkerung zu manipulieren.“ Nutzen doch Regierungen und ihre amtlichen Vertretungen die Bezeichnung Ökoterrorismus dazu, die weitestgehend legalen Proteste gegen ökologisch und ökonomisch zweifelhafte Vorhaben zu kriminalisieren.

So auch den Widerstand gegen das geplante kanadische Pipeline Projekt in British Columbia am Wassereinzugsgebiet des River Skeena. Sieht so Terrorismus aus?

Wohin mangelndes Umweltbewusstsein, Passivität und der fehlende ethische Kompass – seitens aller Beteiligten – führen kann, wird in dem gewaltigen Film ‚Rivers of a lost coast‚ deutlich. Filme dieser Art sind nicht auf immer und ewig im kostenlosen Streaming Angebot zu finden. Die Gelegenheit, diese monumentale Dokumentation über das Steelhead Fischen in Kalifornien anzusehen, darf man sich nicht entgehen lassen – Image klicken.

‚Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht‘

Rivers of a lost coast

 

 

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