Nymphenfischen – Gastautoren im Portrait

Eingereicht, kein Weg zurück. Das dachten sich wahrscheinlich einige der großkalibrigen Mitwirkenden an ‚Nymphenfischen – Geheimnisse entlarvt‚. Als ich sie mehrmals während der letzten drei Jahren über den schleppenden Projektstatus informierte. Es fühlte sich an wie der Gang vor die Presse der BER Verantwortlichen. Anders als die hatte ich aber keine ungeduldige Öffentlichkeit, die mir zum Veröffentlichungsdatum Fragen stellte. Das sollte sich erst ändern, als ich die Veröffentlichung vage fürs Frühjahr 2017 ankündigte. Was soll ich sagen – wir liegen im Plan! 

Was bei der Ankündigung vor Weihnachten nach einem pretty straight forward Job aussah, wurde durch die enorme Anzahl an Vorbestellungen zur kurzfristigen Änderung  des Veröffentlichungplans. Kurzer Hand wurde die Idee mit BoD verworfen. Der Wunsch nach Offsetdruck anstelle Digitaldrucks wurde lauter, konkreter und letztlich realisiert. Inklusive aller neuen Herausforderungen: Finanzierung, Lagerung, Logistik, Marketing und Vertrieb. Doch was lange währt wird endlich gut.

Dieser Meinung waren auch die zahlreichen Gastautoren, die der baldigen Veröffentlichung genauso entgegen fiebern wie wir Verantwortlichen. Von wem spreche ich?

ROMAN MOSER

Ganz wenige Fliegenfischer aus dem deutschsprachigen Raum haben einen ähnlichen Einfluss auf Entwicklungen im globalen Fliegenfischen genommen wie Roman Moser. Bereits in sehr jungen Jahren mit dem Fliegenfischen in Berührung gekommen, lernte er das Handwerk – vor allem das werferische und das taktische – vom anderen österreichischen Großmeister des 20. Jahrhunderts: Hans Gebetsroither. Doch nicht nur als Wurflehrer leistete Roman Moser einen großen Beitrag. Innovative Fliegenmuster aus synthetischem und natürlichem Material und Produktentwicklungen wie Goldperlen oder die Wiederentdeckung verdrallter Vorfächer werden für immer mit dem Namen Roman Moser in Verbindung gebracht werden. Sein journalistisches Talent stellt er seit Jahrzehnten für die wichtigsten deutschsprachigen Magazine unter Beweis. Sein Alleinunterhalter- Talent lässt er seit Jahrzehnten in unzähligen DVDs und als Vortragender auf Fachmessen aufblitzen. Was man noch so über das erste und einzige deutschsprachige Mitglied der Hall of Fame of New York‘s Fly Fishing Museum wissen kann, lässt sich bald in ‘Nymphenfischen – Geheimnisse entlarvt‘ nachlesen.

PAUL PROCTER

Der im Lake District in der Grafschaft Cumbria in England beheimatete Paul Procter ist AAPGAI qualifizierter Wurflehrer, der seit fünfunddreißig Jahren mit der Fliege fischt. Neben seiner Tätigkeit als Vizepräsident des Wild Trout Trust und als Orvis-Berater, ist er am besten bekannt für seine langjährige Autorentätigkeit für die englischen Fachzeitschriften Trout & Salmon und Trout Fisherman. Mit seinen Fliegen, die sich eng an den natürlichen Vorbildern orientieren, konnte sich der talentierte und innovative Fliegenbinder einen Namen weit über seine englische Heimat hinaus machen. Während der letzten zehn Jahre bereiste Paul Procter die Flüsse des Balkans, Neuseelands und Islands intensivst und konnte sich dabei ein tiefgreifendes Wissen zum Verhalten von Salmoniden und deren Nahrungsquellen aneignen.Trotz der ausgedehnten Reisen in alle Winkel dieser Welt fühlt er sich fischereilich in seinem Zuhause in Nordengland am wohlsten. Bewandert mit allen dem modernen Fliegenfischer zur Verfügung stehenden Techniken, gibt es für ihn wenig Schöneres, als den Forellen im River Eden, Wharfe oder Ure mit leichtem Geschirr und klassischen North Country Spiders oder der Trockenfliege nachzustellen.

OLIVER EDWARDS

Mit der Beobachtung und der Nachbildung von zu seiner Zeit noch wenig beachteten Insektengruppen erschloss sich Oliver Edwards ein neues binderisches Feld: die semi-realistische Imitation. Fliegenbinden diente ihm jedoch immer dem Zweck, seine fischereilichen Erfolge am Wasser zu verbessern. So zeigte er sich nicht nur offen gegenüber neuem synthetischen Material, sondern zeigte auch die Bereitschaft, verschiedenste Taktiken anzuwenden, wenn es die Situation erforderte. Fliegenfischen mit dem Streamer, Czech Nymphing sowie klassische Nassfliegen-Anwendungen finden sich allesamt in seinem methodischen Repertoire. Als Autor bereichert er seit vielen Jahren die britische Fachpresse wie z.B. „Flyfishing & Flytying“. Den nachhaltigsten Beitrag zur Kultur des Fliegenfischens lieferte er mit seinem bahnbrechenden Werk „Flytyer‘s Masterclass“ („Meine Besten Fliegen“, Paul Parey Verlag).

MICHAEL WENZEL

Michael Wenzel spezialisiert sich schon seit vielen Jahren auf Randgebiete. Auf Zonen, die vielen Fliegenfischern und Fliegenbindern noch unerschlossen sind. Denn wenn es schwimmt und sich von Insekten und deren Larven ernährt, so lässt es sich auch fangen – so seine Auffassung. Ob Barbe, Nase, Karpfen, Döbel: je schwieriger zum Anbiss zu verleiten, desto besser. Einen ähnlichen Weg schlägt er beim Fliegenbinden ein. Begeistert von der Herausforderung, überlegt er keine zwei Mal, technisch anspruchsvolle semi-realsitische Muster zum Fang der Fische ans Vorfach zu knüpfen. Denn die wirklich schwierigen Muster – egal ob Nymphe oder Trockenfliegen – steckt er in durchsichtige Würfel und reicht sie bei internationalen Fliegebinden-Wettbewerben ein. Zwei erste Plätze bei deutschen Meisterschaften, jeweils Silber und Bronze in Skandinavien und Slowenien stellen sein außergewöhnliches Können unter Beweis. Doch all das Talent beim Binden ordnet sich einem übergreifenden Zweck unter – Fische mit der Nachbildung eines in Form, Farbe und Größe entsprechenden Insekts zu überlisten.

MATT EASTHAM

Matt Eastham fing als Junge damit an, an den örtlichen Kanälen und Teichen auf Friedfische zu angeln. Zum Fliegenfischen kam er als Teenager, als es ihm möglich war, etwas weitere Ausflüge zu den wilden und abgelegenen Gewässern des englischen Nordens und Schottland zu machen. Glücklich damit, in Stillwassern zu fischen, ist Flussfischen auf Forellen und Äschen jedoch seine große Leidenschaft. Nichts macht ihm mehr Spaß, als an lauen Sommertagen auf große Forellen mit der Trockenfliege am River Eden und River Ribble loszuziehen. Mit seinem Online Blog „North Country Angler“, konnte Matt sich einen sehr guten Namen machen. In der Zwischenzeit werden seine tiefgründigen, doch immer witzigen Beiträge in „Total Flyfisher“ und „Trout & Salmon“ veröffentlicht. Die Eleganz und Bedachtheit, die sich in seinen Veröffentlichungen ausdrückt, zeigt sich auch in seinen Bindekreationen, die klassisches Design mittels moderner Interpretation in neuem Gewand einhüllen.

MARKUS HOFFMAN

Der Schwede Markus Hoffman wuchs mit der Jagd und Angeln auf. Immer noch fühlt er sich in der ruhigen und entspannten Atmosphäre der Wildnis am wohlsten –besonders an Seen und Flüssen. Obwohl er sein Leben lang angelte, fand er erst 2007 zum Fliegenfischen. Der erste Fliegenfischer-Trip führte ihn hoch in den Norden Schwedens. Seit diesem Tag war es um ihn geschehen und seine Ausrüstung zum Spinnfischen verstaubt seitdem. Nach Jahren des intensiven Fliegenfischens wurde ihm erstmals ein Bindekoffer voll mit Material überreicht. Nach den ersten hässlichen Fliegen erstand er im April 2011 einen TMC VISE II Bindestock. Nicht ohne sich vorher bereits fest vorgenommen zu haben, ein guter Fliegenbinder zu werden. Hilfe und Unterstützung bei diesem Vorhaben erhielt er anfangs ausschließlich online. Barry Ord Clarke und Martin Rudin waren zwei angesehene Fliegenbinder, an die er sich wandte, wenn er mit seinem Latein wieder mal am Ende war. Da viele der Binder, die er bewunderte, semi-realistische Muster banden, wurde sein eigener Stil dadurch maßgeblich beeinflusst: Heute nennt er diesen noch immer eine Mischung aus Realismus und „was-scher’- ich-mich-darum“. Die meiste Zeit am Wasser wird in Nordschweden verbracht. Doch Trips nach Österreich, Norwegen und Island haben bleibende Eindrücke hinterlassen. In der Zwischenzeit zählt Markus Hoffman zu den begabtesten Fliegenbindern der jüngeren Generation.

KAREL KRIVANEC

Karel Krivanec fischt seit mehr als dreißig Jahren mit der Fliege. Ungewöhnlich für den deutschsprachigen Raum, doch völlig normal in beinahe allen europäischen Ländern, hat auch er sich während der Ausrichtung nationaler und internationaler Wettbewerben Sporen verdient. Der umtriebige Karel hat sehr viel dazu beigetragen, den Austausch zwischen westlichen Fliegenfischern und der damals erst kurz von der Einflusssphäre des kommunistischen Ostens befreiten Tschechischen Republik zu fördern. Messen, Symposien mit internationaler Teilnehmerschaft und Wettkämpfe gehörten zum Veranstaltungsportfolio. Als Autor zweier gefragter Bücher hat er seinen Teil dazu beigetragen, Czech Nymphing weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen und als veritable Taktik beim Nymphenfischen zu etablieren.

HYWEL MORGAN

Als Sohn des walisischen Fliegenfischer-Gurus Moc Morgan fing Hywel bereits in sehr jungen Jahren mit dem Fliegenfischen an. Als er zweieinhalb Jahre alt war, sammelte er schon die ersten Erfahrungen am River Teifi mit dem Fang von Bach- und Meerforellen. Getrieben davon, aus dem Schatten des mächtigen Vaters zu treten, wandte er sich bald dem Wettbewerbswerfen zu. So erfolgreich war sein regionaler Auftritt nach wenigen Jahren, dass er nach mehrfachen Siegen in Folge bei den wichtigsten Turnieren noch vor seinem sechzehnten Lebensjahr darum gebeten wurde, die Teilnahme an Wettbewerben einzuschränken, um anderen Werfern die Chance auf den Gewinn zu ermöglichen. Folglich richtete er seine Aufmerksamkeit auf große internationale Meisterschaften und gewann über die Jahre viele wichtige Bewerbe (World Games Accuracy Casting Champion, European Distance Casting Champion u.v.m.). Gesättigt von den Auszeichnungen wandte er sich wieder dem Fliegenfischen zu. Sich im Wettkampf zu messen, war ihm jedoch noch immer nahe und als mehrfacher Kapitän des walisischen Nationalteams im Fliegenfischen holte er auch dabei einige Siegerpokale. Durch sein extrovertiertes Wesen eignete er sich unter anderem als Moderator für Angelshows auf Sky TV, Discovery Realtime, Horse and Country TV und Welsh TV. Heute ist er Ausrüstung- und Geräteberater der Firma Daiwa Sports LTD und unterstützt das Unternehmen dabei, Produkte für den europäischen Markt zu entwickeln.

DENNIS MOSS

Dennis Moss verbrachte den Großteil seines Erwerbslebens in der Angelgerätebranche. Er war langjähriger Geschäftsführer von Drennan International Ltd, bevor er 1989 gemeinsam mit Bruce Vaughan Wychwood Tackle gründete. Er ist der Autor von „Trout From A Boat“ und „Irish Rise: Reflections by Lough and Stream“ und steuerte eine Auswahl an Fliegen für „The Encyclopedia of Fishing“ bei. Seine Artikel erscheinen regelmäßig in der englischen Fliegenfischen Fachpresse, wovon „Trout and Salmon“, „Trout Fisherman“, „Still Water Trout Angler“ und „Environment Now“ eine Auswahl sind. Einen großen Teil seiner Freizeit widmete er damit, Fliegenfischen vom Boot an den großen englischen Stauseen und den Irischen Loughs zu meistern. Gelegentlich verschlägt es ihn auch an die Lochs des schottischen Festlands sowie der Äußeren Hebriden. Rechtzeitig zur Rente zog Dennis nach Irland um, damit er seine Zeit näher am viel geliebten Loch Corrib in County Galway verbringen kann.

FAZIT

Das Format, in Sachbüchern fachlich versierte Fliegenfischer anhand von Interviews oder verfassten Beiträgen zu Wort kommen zu lassen, erfreut sich in den letzten Jahren großer Beliebtheit. So wollten auch wir unsere Beiträge durch ergänzendes Know-how und an mancher Stelle anderer Meinung auflockern. Die Bereitwilligkeit dieser Persönlichkeiten sich unserem Projekt anzuschließen und ohne viel Aufhebens aus ihrem Wissensfundus zu schöpfen, war eines meiner persönlichen Highlights während der Bucherstellung. Vielen Dank an der Stelle an die Mitwirkenden, denn ihr Beitrag liefert wertvolle Erkenntnisse und differenzierte Sichtweisen auf ein breitgefächertes Anwendungsspektrum das wir vorstellen – sich über das Nymphenfischen zu unterhalten, hatte selten so viel Spaß gemacht.

‚Nymphenfischen – Geheimnisse entlarvt‘ ist ab sofort unter
www.nymphenfischen.com erhältlich.

Die ersten 250 Bestellungen sind von den Autoren signiert!
 

Fasziniert über die Druckbögen gebeugt

Ohne die Abnahme durch den Gestalter Veit Dresmann und sein geschultes Auge geht nichts

1,8t Papier zu bedrucken

Überwältigende Druckstation die naturgetreu, feinste Farbnuancen wiedergibt

 

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Comments

  1. Habe mein Exemplar gestern bekommen und muss Euch ein großes Lob aussprechen….ist ein sehr gelungenes Werk und kann es kaum weglegen.

  2. Letzte Woche bestellt und freue mich wie ein Kind am Geburtstag! Hoffe kriege noch eines der signierten Bücher…

  3. Kompliment, mein Lieber! Die Vorstellung der Fliegenfischer liest sich jetzt schon so verheißungsvoll, wie die Beschreibung der auftretenden Helden am Beginn der Ilias.

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