Advent, Advent – den Liebsten Eure Wünsche nennt!

 

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Was? Schon wieder fast Weihnachten! Nicht nur ich werde mir das denken. Psychologen haben die interessante These aufgestellt, dass die Zeit gefühlt schneller vergeht, je weniger Neues man erlebt. Und da Menschen mittleres Alters schon ‘sehr viele’ einschneidende, erinnerungswürdige Erlebnisse hinter sich haben, erscheint es ihnen, als würde die Zeit ganz besonders schnell vorbeiziehen. Verglichen mit Kindern z.B. die noch immer auf ‘das erste Mal’ dieses und jenes warten. Dabei war mein Jahr fischereilich, als auch privat von tollen Ereignissen geprägt. Wie dem auch sei, die Zeit zum Erstellen von Wunschlisten steht wieder an. Und über gut überlegte Überraschungen freut man sich ebenfalls. 

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Nymphing The New Way – Jonathan White – €29

Wenn man dem Spruch Glauben schenken darf, dass 10% aller Angler 90% aller Fische fangen, wird sich eine große Gruppe an Fliegenfischern die Frage stellen, wie es sein kann, dass einige wenige, immer wieder über denkwürdige Ausflüge ans Wasser zu berichten haben. Der nächste Punkt den es zu klären gilt: wie kann man die eigene Erfolgsrate steigern, sodass zumindest das Gefühl eintritt, sich dieser erlauchten 10% Gruppe anzunähern. Mehr Zeit am Wasser zu verbringen, bessere Beobachtungen anzustellen, Stand-und Futterplätze der Fische zu verstehen und Übung und Verbesserung der eigenen Fähigkeiten sind sicherlich ein Mitgrund, mehr und konstanter zu fangen als der Gelegenheitsfliegenfischer.

Eine Gruppe, oder wenn man so möchte, eine Nation an Anglern die sich schon sehr früh mit dem Thema technische Verbesserung auseinandersetzte, waren die fliegenfischenden Kollegen aus Frankreich. Wenn sie an den glasklaren Gewässern des französischen Juras sich das Ziel setzten, die vermeintlich mit der Fliege unfangbaren Kapitalforellen, mit der Nymphe zu überlisten. Zur großen Überraschung aller Zweifler, zeigten diese hingebungsvollen Individuen auf, dass es mit dem richtigen Maß an Offenheit für Veränderung, auch unter schwierigsten Bedingungen – vorfachsscheue Fische, kristallklares Wasser – sehr wohl möglich ist, großwüchisge Methusalemforellen mit der Nymphe zu überlisten.

Das moderne Fliegenfischen und die Kultur auf die wir uns dabei beziehen, wurde weitestgehend von englischsprachigen Vertretern geprägt. Doch jede europäische Region kann ihre Vordenker und Innovatoren aufweisen – Wurfweiterentwicklungen im alpinen Raum ab Mitte des letzten Jahrhunderts, die Erschließung neuer Zielfische mit der Fliege an der Ost-und Nordsee ab den 70er Jahren, Nymphenfischen an der kurzen Schnur in Osteuropa seit den 80er Jahren. So war es nur eine Frage der Zeit, bis das ebenfalls seit den 70er Jahren praktizierte Fliegenfischen im ‘französischen Stil’, durch die globale Vernetzung von Menschen dank des Internets, mehr und mehr Anhänger in vor allem Großbritannien und den USA fand.

Die Briten, maßgeblich mitbestimmend wie heute in der Welt mit der Fliege gefischt wird, zeigten sich besonders offen für alle technischen Neuerungen, auf die sie in Europa in den letzten Jahrzehnten gestoßen sind. Überraschend eigentlich wenn man bedenkt, welch heftige Grabenkämpfe G.E.M. Skues und seine erste verschriftlichte Nymphentechnik auslöste. Ich wünschte man hätte die Wahl um Großbritanniens Verbleib in der EU, einzig unter Fliegenfischern ausführen lassen – aber lassen wir das Thema. Tatsache ist, der Brite Jonathan White hat sich erfolgreich die Mühe gemacht, den ‘Franko-Skeptikern’ aufzuzeigen, mit welchen Mitteln man in Frankreich seit nun dreißig Jahren, höchst erfolgreich Forellen, Äschen und anderen Zielfischen nachstellt.

Nymphing The New Way – French Leader Fishing For Trout’ ist die erste umfassende Publikation, die sich ausschließlich dieser erfolgreichen Taktik unserer westeuropäischen Nachbarn widmet. In übersichtlichen Kapiteln greift dieses Buch die wesentlichen Themen dieser modernen Nymphenmethode auf: Vorfachzusammensetzung, Long- und Shortline Techniken, moderne Nymphenmustern, das Trockenfliegenfischen mit ultralangen Vorfächern. Mit der Hilfe von Best-Practice Beispielen einiger Wettbewerbsfischer – die wohl nicht mehr länger den Erfolg anderer Nationen ignorieren konnten – wird dem aufgeschlossenen Leser mitgeteilt, wie auch an unterschiedlichsten Gewässertypen French Leader Taktiken ihre Anwendung finden. Ein aufschlussreiches und informatives Buch, dass verständlich geschrieben wurde und anhand ansprechender Fotografie, eigentlich die letzten Zweifel ausräumen müsste.

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Peche à soie – Seidenschnüre – €140-170

Bei einer historisch bedeutenden Leidenschaft wie dem Fliegenfischen, gibt es unweigerlich Individuen, die sich dem Erhalt des traditionellen besonders verschrieben haben. Und auch richtig so – stehen für den einen Verausgabung und Adrenalin, an der Spitze des Erreichbaren unserer Leidenschaft, zählt für den anderen Entschleunigung und Besinnung auf das Ursprüngliche, als das höchste Gut bei der Ausübung dieser Passion. Selbst für einen Mittelweg entscheiden sich nicht wenige. Wenn zum Beispiel die Qualität und wahrscheinlich am wichtigsten, die Langlebigkeit traditioneller Produkte, ohne den Wartungs- und Pflegeaufwand vergangener Zeiten, erzielt werden kann. Genau in diese Kerbe schlagen die Seidenschnüre von Peche à soie. Einer kleinen Tochtergesellschaft des 1820 in Paris ins Leben gerufenen Zwirn- und Fadenherstellers ‘Au Ver A Soie’, die bis zur Zeit des 1. Weltkriegs Seidenschnüre für das Fliegenfischen fabrizierte.

Der Sproß des Traditionshaus aus Paris, Marc Boucher – selbst ein begeisterter Fliegenfischer – entsann sich dem Erbe des Unternehmens und seiner reichen Produktpalette der Vergangenheit. Warum also nicht ein eingemottetes Herstellungsverfahren ausgraben und mit Hilfe einem der besten des Fachs, Michel Rigault, früherer technischer Berater von „Pezon et Michel”, ein Traditionsprodukt des Hauses wieder auferstehen lassen. In modernen Gewändern versteht sich. Die Schnüre sind selbstverständlich aus 100% Seide hergestellt. Von ihren Vorgängern unterscheiden sie sich jedoch darin, dass dank eines patentierten Verfahrens, alle Fasern noch bevor sie verflochten werden, einen Imprägnierungsprozess durchlaufen. Das erleichtert die von manchen als mühevolle empfundene Pflege von Seidenschnüren – reinigen und trocken nach jedem Fischgang? Au revoir!

Der Neuzeit entsprechend weiterentwickelt wurden die Taper dieser Schnüre und zum traditionellen DT, gesellen sich ebenfalls Level und WF Schnüre, Single Tapers und die innovative Hybridform ‘Progressive Profile’ – eine Mischung aus Double Taper und Weight Forward. Selbst Besitzer von Zweihandruten brauchen sich nicht mehr länger ausgeschlossen fühlen und für ihre Bedürfnissen, werden ebenfalls WF Spey Seidenschnüre und Running Lines erzeugt. Anders als ihre historischen Vorgänger, wurden diese Schnüre bereits ‘eingeworfen’ und der Käufer genießt ab dem Aufziehen auf die Rolle, eine geschmeidige, Memory-freie, leicht zu werfende Seidenschnur. Hier wurde ein wunderschönes, traditionelles Produkt, dank moderner Technologie verfeinert und verbessert. Wie auch kürzlich, die im Trend liegenden Glasfaserruten, deren Aktion förmlich nach anderen Schnüren rufen, als nach herkömmlichen PVC Leinen.

Wozu nun aber sich mit einem modifizierten Oldtimer ausstatten? Abgesehen von der Freude am organisch wirkenden Geflecht, sind Seidenschnüre wesentlicher dünner als moderne Kunststoffschnüre. Dadurch lassen sie sich feiner und geräuschloser am Wasser ablegen. Durch das geschmeidige Profil, erzeugen sie etwas weniger Zug auf der Schnur beim Abtreiben und wirken weniger störend auf der Oberfläche. Nicht zuletzt lassen sie sich aufgrund des schlankeren Durchmessers, bei Gegenwind effektiver werfen. Zugegeben, wie andere Produkte der großen Retro-Palette sind diese Schnüre nicht ganz günstig. Bedenkt man jedoch die Langlebigkeit von Seidenschnüren – bis zu zwanzig Jahre, verglichen mit bis zu vier Jahren von Kunststoffschnüren – relativiert sich der hohe Preis. Seidenschnüre sind also nicht nur für romantische Liebhaber.

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Marc Boucher (li.) und Pêche à soie auf der EWF

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Monkey 47 – Schwarzwald Dry Gin – €33

Zu den klassischen Obstbränden unserer Heimat, gesellt sich in den letzten Jahren, eine immer größere werdende Bandbreite an Schnäpsen, die man so eigentlich nicht im deutschsprachigen Raum vermuten würde. Ob Whisky oder Gin – für beide Brände finden sich hier mittlerweile preisgekrönte Tropfen. Die exzentrischen anmutenden Destillerien sind bei näherem Hinsehen, gar nicht mehr so ausgefallen, wenn man die Biografie ihrer Macher dahinter versteht. So auch beim exquisiten Schwarzwald Gin Monkey 47.

Erdacht und erzeugt von Montgomery Collins, der seine Kindheit im Schlepptau der Diplomateneltern in Ostasien verbrachte, seine Militärkarriere im verwüsteten Berlin startete und sein spirituelles Zuhause später im tiefsten Schwarzwald fand. Der geheimnisvolle Mix exotischer Früchte und heimischer Zutaten – 47 für dieses erhabene Getränk – verleihen diesem Gin, seine besondere Note. Britische Kritiker aus dem Mutterland der Gingenießer, übertreffen sich mit mit Lobhuldigungen, für diese eigenwillige Kreation aus dem nadelwaldreichen Südwesten Deutschlands. Und beim Lesen der Produkthomepage, könnte ich einen GT nach dem anderen trinken. Ein in vieler Hinsicht gelungener Auftritt.

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A. Jensen – Bering Waders – €400

Ungern erinnere ich mich an Neopren Waders zurück. Muggelig wenn man damit im eiskalten Wasser steht, fürchterlich überhitzt sobald man den nächsten Angelplatz ansteuert. Doch bei der winterlichen Fischerei – egal ob an Stillwassern in Großbritannien oder an der Ostsee – sind trotz vieler Lagen Unterwäsche, Jogginghose und Combat Trousers, atmungsaktive Wathosen ein dürftiger Ersatz, für die kälteabweisende, dicke Beschichtung vergangener Jahre. Die örtlichen Fliegenfischer haben sowieso, sowohl die eine als auch andere Materialausführung. Ein nötiger Kompromiss wie ich meine. Um diese budgetäre Doppelbelastung für kein Weg herum, möchte man sich unabgelenkt auf das Fischen konzentrieren. Im klirrend kalten Wasser des Winters oder zeitigen Frühjahr, auf der Suche nach Erfolg auf Meerforelle, Lachs und Hecht.

Wogegen diese spezielle Wathose aus dem dänischen Haus A. Jensen jedoch Abhilfe verspricht, ist die unbalancierte Wärmespeicherung von einteiligen Neoprenhosen. Der untere, im beißenden Kalt befindliche Teil dieser Hose, besteht aus weichem 4mm dicken Neoprene zur Wärmedämmung, wohingegen der Teil ab oberhalb der Hüfte, aus dreilagigen, atmungsaktiven Materialien zusammengesetzt ist. Denn am Oberkörper gerät man mit richtiger Bekleidung und durch regelmäßige Bewegung, ohnehin kaum ins Frieren. Zu all diesen überzeugenden Vorteilen, schippt A. Jensen beim Design dieser Wathose noch besonders nützliche Extra-Features, wie einen wasserdichten Zippverschluss und eine mit Velcrostreifen zu befestigende, wasserundurchlässige Handytasche drauf. Als hätte mich das Hauptargument der Wärmeregulierung nicht schon überzeugt.

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Airflo – Bootkissen – €25

In den letzten zwei Jahren hat das Forelle & Äsche Reiseangebot gut an Fahrt aufgenommen. Was mich besonders dabei freute war, dass sich mehr und mehr Personen für das Stillwasser Fliegenfischen interessieren. Egal ob an den Midlands Reservoirs – Rutland Water und Eyebrook Trout Fishery – oder eben, an dem kürzlich ins Angebot genommenen Malham Tarn. Im Vorfeld dieser Reisen werden mir viele, viele Fragen zu Vorfachzusammensetzung, Fliegen und Montagen gestellt. Was mir selbst aber erst kürzlich wieder auffiel, wie essentiell ein Sitzkissen für einen entspannten 8-10 stündigen Tag am Wasser ist.

Schaumstoff gepolstert, 100% wasserdicht, wird dieser mit hoch beanspruchbaren Velcrobändern an der Ruderbank befestigt. Mit Noppen an der Unterseite, sitzt das Kissen rutschfest auf der Bank auf und schont das Sitzfleisch während eines langen Tages. Für den gelegentlichen Ausflug an ein Stillwasser mit verfügbaren Booten, ist diese Form von Sitz absolut ausreichend. Geht es regelmäßig ins Boot, lohnt sich die Investition in eine DeLuxe Version – den Rutland Boat Seat, einen auf Schienen befindlichen Sitz mit Rückenlehne und Transporttasche.

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Hareline Dubbin Essential Tying Material Bag – €25

Mit Beginn der Schonzeit häufen sich die Tage, an denen Fischereivereine, Freunde und Bekanntschaften zum gemeinsamen Fliegenbinden einladen. Irgendwann wird es einfach zu blöd, große Tackletaschen mit Bindematerial zu befüllen. Denn mal ehrlich, Umkompliziertheit ist der Schlüssel, bei dieser Art von Zusammenkunft. Die wichtigsten Werkzeuge, den Bindestock und das absolut nötigste Material für einen Abend, packt diese simple Tasche allemal. Wer das Fliegenbinden ernsthafter betreibt und vielleicht sogar mit einem Publikumsauftritt liebäugelt, wird mit Sicherheit zu einem größeren Reisegepäck greifen müssen. Für den umtriebigen Abend im Kreis der Freunde oder Vereinsmitglieder, ist dieses kleine Täschchen in den Maßen 23 x 16,5, die ideale Lösung.

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Sharpe’s Gye Net Meerforelle – €70

Kescher die mit Magnetclip am Rücken verstaut werden sind praktisch. Über einen großen Nachteil verfügen sie aber alle. Sie sind ausnahmslos für den Fliegenfischer gedacht, der im Wasser stehend seiner Beute begegnet. Was aber tun, wenn das Ufer so steil abfällt und die Wassertiefe es nicht erlaubt, nur einen Fuß in den Fluß zu setzen? Einen Kescher mit teleskopischem Stiel herumzuschleppen ist auf die Dauer auch mühsam. Zur Hilfe kommt ein Gye Net – ein klassischer Lachs & Meerforellenkescher, der schon seit 1928 von der Firma Sharpe’s of Aberdeen hergestellt wird.

Ursprünglich für den Ghillie gedacht, der manchmal auch vom hohen Ufer aus den Fisch landen muss. Der Kescher wird mit einem Schultergurt transportiert und verfügt über einen simplen, aber praktischen Verschluss. Wird an diesem einmal abrupt gezogen, löst sich der Verschluss und der teleskopische Stiel fährt aus. Nun ist es ein einfaches, einen größeren Fisch vom Ufer, oder auf Distanz zu landen. Seit ich einmal vor vielen Jahren einen Kollegen mit einem Gye Net am Wasser sah, bin ich von dieser Art des Keschers begeistert. Es ist nun an der Zeit, mir endlich eines dieser Teile zuzulegen.

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Tao Tronics – Tageslichtlampe – €40

Vielleicht liegt es am zunehmenden Alter und abnehmender Sehstärke, dass man denkt die ordinäre Schreibtischlampe mit 100W hat ausgedient. Na gut – die Glühbirne hat ohnehin das Zeitliche gesegnet. Aber am Schreibtisch des modernen Menschen finden sich nun Lampen mit energiesparenden LED Leuchten. Abgesehen vom umweltfreundlichen Aspekt, haben es diese Lampen wirklich in sich. Superhelles, stärkeverstellbares Licht, justierbare Beleuchtungswinkel und klappbar für den einfachen Transport. Die nächste Einladung an den Bindestammtisch kommt bestimmt – der Aufruf die eigene Lampe mitzubringen auch.

 

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Monomaster – €16

Die sinnvollste, umweltschonendste, am meisten das Gewissen beruhigende Anschaffung dieses Jahres. Vorbei ist die Zeit, zu der man in die Taschen der Fliegenweste griff, die mehr und mehr Vorfachenden ansammelten. Vorfachkringel die beim Durchwühlen der Taschen, sich an Händen und Fingern verhängten, ausgestreut am Boden landeten und unter Bücken der müden Glieder, mit viel Anstrengung aufgehoben wurden. An der Weste befestigt, wird der Monomaster hergenommen, wenn es wieder mal gilt Vorfachreste zu entsorgen. Das Monofil aufgewickelt in die Öffnung der kleinen Dose stecken, kurz am Griff der beweglichen Spindel gedreht und schon verschwindet das Vorfach im Inneren des kleinen Tools. Ist das Döschen voll, einfach öffnen, die Lockenwickler ähnliche Spindel rausnehmen und mit einer Schere die Vorfachreste entfernen und umweltgerecht entsorgen. Könnte nicht einfacher sein.

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Flyscene – Letraset Pro Marker – €15

Die Tackleindustrie findet in Fliegenfischern und Fliegenbindern bereitwillige Abnehmer für alles mögliche an Material. Nicht selten überteuert würde so mancher meinen. Und nirgendwo ist das auffälliger als beim Fliegenbinden. Aber hey, nicht jeder hat Zeit noch Muße in den Bastelladen zu gehen, um dort Fäden, Ketten, Tinsel aufzustöbern, um der manchmal überpreisten Fachproduktindustrie ein Schnippchen zu schlagen. So heißt es auch bei wasserfesten Farbstiften, dass es sich lohnt Schreibwarenhändler zu vergleichen, um den besten Deal zu finden. Da ich aber wenig Gebrauch für ein Set an Stiften in allen Farben des Regenbogens habe, schätze ich die Vorauswahl gängiger Farben, für Insekten und andere Wassertiere. Zugegeben, sicherlich nicht die günstigsten Farbstifte am Markt – aber für mich in einer Farbauswahl, mit der ich wirklich etwas anfangen kann. Eine interessante Übersicht, was man mit permanent Markers so machen kann, gibt es in der amerikanischen Zeitschrift Flyfisherman.

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Forward Fishing Products – QV1 Rutenköcher – €35

Manchmal amüsiert es mich, wenn ich fliegenfischenden Kollegen am Wasser begegne, die unter dem Gürtel der Wathose eine weitere Rute gesteckt haben. Andererseits ist es scheinbar wirklich nicht außergewöhnlich für manche Leute, mit mehr als einer Rute ans Wasser zu ziehen. An neuralgischen Punkten, an denen die Taktik von Nymphe, zu Trockenfliege, zu Streamer wechselt, werden aufgebaute Ruten im Gebüsch versteckt, um bei Bedarf darauf zurückgreifen zu können. Im semi-urbanen Raum an dem ich meistens meine Angeltage verbringe, wäre das sicherlich keine Option für mich. Doch manchmal war ich auch schon etwas darüber frustriert, nicht flexibel genug mit anderem Gerät – kürzer, feiner, kräftiger, länger – auf die jeweilige Situation reagieren zu können. Das ist offensichtlich der Preis, den man dafür bezahlt mit spezieller Ausrüstung, zugeschnitten auf spezifische Anwendung loszuziehen. Andererseits, die ganze Zeit mit einer universell anwendbaren Ausrüstung am Start zu sein, zieht auch Nachteile mit sich.

Was also tun? Beim vorweihnachtlichem Stöbern, bin ich auf diese recht praktikabel wirkende Lösung meiner Herausforderung gestoßen. Ein Rutenköcher der über die Schulter geschwungen wird, und fertig montierte, zur Hälfte geteilte Ruten transportiert. Abgesehen vom Vorteil, mehr als eine Rute mit sich tragen zu können, erkenne ich einen weiteren Nutzen dieses Trägersystems. Schon oft habe ich meine mangelnde Bewegungsfreiheit verflucht, wenn ich wieder mal über Stock und Stein zum und vom Wasser geklettert bin. Verwunderlich, das bislang keine Ruten, noch meine Knochen dadurch in Mitleidenschaft gezogen wurden. Der doch relativ günstige Preis dieser Transporttasche, wird mich dieses System wohl ausprobieren lassen.

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Feather Bender – Tying Wax Scull – €5

Für die Morbiden, die Ungläubigen, die Rock’n’Roller – die mit der Lieblichkeit des Weihnachtsfest so überhaupt nicht viel anfangen können, hat sich unser aller Lieblingsbinder und Fotograf, Herr des dunklen Bindevoodoos, Barry Ord Clarke, etwas besonderes einfallen lassen. Totenkopf Bienenwachs, das beim Fliegenbinden an der Hand schmilzt, wie der Schauder über all die Liebe in der Luft – die echte und die vorgetäuschte – beim Auspacken, dieser kleinen, aber feinen Aufmerksamkeit.

Mich würde es freuen, wenn ich dem einen oder anderen unter Euch, eine Last-Minute Geschenkidee aufzeigen konnte. Für Änderungen an Preisen, oder mangelnde Verfügbarkeit an Produkten, aufgrund des durch diesen Beitrags ausgelösten Lieferengpasses, übernehme ich keine Verantwortung. Ich wünsche Euch allen eine stressfreie, besinnliche, lustvolle, beschwipste Advent- und Vorweihnachtszeit.

 

Comments

  1. Schöne Auflistung möglicher Geschenke…..und die Seidenschnur von Peche à soie habe ich als WF5 sogar schon – der Artikel ist etwas für unsere Gattinen! ;-)

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