• Skip to main content
  • Skip to secondary menu
  • Skip to primary sidebar
  • Start
  • Über mich
  • Archiv
  • Verlag/Shop
  • Literatur
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Kontakt
Forelle & Äsche | Fliegenfischen | Fliegenbinden

Forelle & Äsche | Fliegenfischen | Fliegenbinden

Mit taktischen und technischen Tipps zu mehr Erfolg beim Fliegenfischen. Bindeanleitung fängiger Fliegen für jede Jahreszeit. Fliegenfischen Bücher und Reisen

  • Verlag/Shop
  • Reisen
  • Gewässer
  • Fliegenbinden
  • Tipps
  • Bücher
  • Grübeleien
  • Ökologie

Caddis-Muster nach Gary LaFontaine – Teil 1

by Tankred Rinder Leave a Comment

Der amerikanische Fliegenfischer und Buchautor Gary LaFontaine war sicherlich der bekannteste Fliegenfischerspezialist für amerikanische Köcherfliegen und deren Imitationen. Als 1981 sein Buch „Caddisflies“ erschien überschlug sich die Fachpresse in Superlativen über dieses Werk. Es war das erste Buch über Köcherfliegen und ihre Bedeutung für Fliegenfischer – geschrieben von einem Fliegenfischer, unter Mitarbeit von amerikanischen Köcherfliegenspezialisten. In den nächsten Jahrzehnten gab es kaum einen Artikel zum Thema Köcherfliegen, das nicht in irgendeiner Weise von diesem Werk beeinflusst war. Mr. Caddis, wie Gary LaFontaine auch genannt wurde, verstarb 2002 an ALS (amyotrophe Lateralsklerose), einer unheilbaren Degeneration der Nerven.

Mythos Gasblase: Wissenschaft contra Theorie

Heute, mehr als 45 Jahre nach Erscheinen seines Werkes muss man einiges relativieren. So ist die von ihm beschriebene Gasblase als Aufstiegshilfe der geschlüpften Puppen, die von allen populären Fliegenfischerautoren übernommen wurde, nie in Publikationen namhafter Wissenschaftler bestätigt worden und wird von führenden Köcherfliegenspezialisten abgelehnt. Versucht man als Fliegenfischer in Diskussionen mit Köcherfliegenspezialisten diese Gasblase zu erklären, erntet man nur erstauntes Kopfschütteln und mitleidiges Lächeln.

Ich muss gestehen, dass auch ich von der Idee einer dünnen Gas- oder Luftschicht – zwischen Körper und Puppenhülle – die der Puppe hilft die obersten Wasserschichten zu erreichen und dann platzt, wenn die Puppe die Wasseroberfläche durchbricht, positiv angetan war. Jahrelange Aquariumsstudien, wo ich Hunderte von verpuppten Tieren reifen ließ und dann beim Schlüpfen beobachtete, haben dies jedoch nicht bestätigt. Ich habe nie eine Gas- oder Luftblase gesehen. Was ich mehrmals beobachten konnte, war, dass durch Wassererwärmung ausperlender Sauerstoff an den geschlüpften Puppen als glitzernde Perlen hängen blieb. Auch einige andere Passagen müsste man nach heutigem Wissenstand neu schreiben.

Die Bedeutung der „Sparkling Pupa“ in der Praxis

Ich fühle mich allerdings nicht berufen eine Korrektur dieses umfassenden Werkes zu machen. Obige Erklärungen zur Gas- oder Luftblase sind allerdings notwendig um die Muster von Gary LaFontaine zu verstehen. Eines muss man sagen, die „Deep Sparkling Pupa“ und die „Emergent Sparkling Pupa“ in welchen der Köcherfliegenspezialist die Idee seiner Gasblase integrierte, waren in ihrer Art nicht nur neue Fliegenmuster – sie sind auch überaus fängig. An unseren Gewässern haben sich die Muster von Gary LaFontaine ebenfalls bewährt, vorausgesetzt man adaptiert sie an die hier vorkommenden Arten.

Adaptation an heimische Hydropsychen

Ich habe in verschiedenen Publikationen und auch in unserem Buch die Hydropsychen als die wichtigsten Köcherfliegenfamilie der Fließgewässer vorgestellt. Auch Gary LaFontaine schreibt ähnliches in seinem Buch. Am Beispiel dieser Köcherfliegen will ich Ihnen die Muster von Gary LaFontaine, vorstellen.

Philosophie der Gebrauchsmuster

Gary LaFontaine war kein Fliegenbinder der mit seinen Mustern Bindewettbewerbe gewonnen hätte, was auch sicherlich nicht seine Absicht war. Seine Muster waren Gebrauchsmuster, überaus fängig und haltbar gebunden, ohne die Ästhetik der hohen Bindekunst. Ich will nicht, dass dies als Kritik verstanden wird. Es heißt so schön, dass viele Fliegen eher Fischer fangen als Fische. Bei seinen Mustern kann man sagen – sie fangen keine Fischer, mit Sicherheit aber Fische.

Das System der sechs Grundmuster

Gary LaFontaine beschreibt insgesamt sechs Grundmuster, zwei Larvenimitationen (eines für die köchertragenden und eines für die freilebenden Arten), zwei Puppenmuster und zwei für die adulten Tiere. Er adaptiert die Muster für die einzelnen Arten/Familien in unterschiedlichen Größen und Farbkombinationen, was absolut sinnvoll ist.

Die Larvenimitation

Seine Bindeweise für die freilebenden Arten, denen die Larven der Hydropsychen zugeordnet werden, ist einfach. Nach dem Anlegen des Fadens, wird bei Bedarf eine Bleiwicklung aufgebracht. Anschließend wird der Körper mit Dubbing geformt und zum Schluss werden Beinchen als Barthechel eingebunden. Mit einem Kopfknoten abschließen und lackieren.

Olive Brown Caddis Larve nach Gary LaFontaine
Bindematerialien
Haken                     TMC 205 BL, Größe 8 bis 12
Bindefaden             braun
Gewicht                   dünner Bleidraht (optional)
Hinterleib                olive braunes Fell 
Thorax                     dunkel braunes Fell
Hechel                     lemon Wildentenfibern, als Bart eingebunden

Ich habe mich bei den Bindematerialien an seine Vorgaben gehalten. Als Dubbing habe ich Davy Wottons SLF Squirrel Dubbing genommen.

Die Larven der Hydropsychen sind eines der Vorbilder die beim Czech-Nymphing bevorzugt imitiert werden und ich würde diese Muster als das Beste bezeichnen, was in dieser Richtung bislang entwickelt wurde.

Die Puppenimitationen

Die „Deep Sparkle Pupa“ und die „Emergent Sparkle Pupa“ haben in der Fliegenfischerliteratur einen festen Platz eingenommen. Außerdem sind sie als überaus fängige Puppenimitationen in vielen Fliegendosen zu finden. In beide Muster hat Gary LaFontaine die Idee seiner Gas/Luftblase integriert. Der Effekt des Sparkle Yarn (neuerdings Antron Yarn) als Umhüllung ist, dass dieses unter Wasser verschwommen durchscheinend (transparent) wird und der Körper diffus erscheint. Dies wird verstärkt wenn dahinter eine starke Lichtquelle ist – beim fotografieren würde man sagen eine klassische Gegenlichtaufnahme. 

Fische sehen die Emergent Sparkle Pupa, die ja im Oberflächenfilm gefischt wird, immer im Gegenlicht. Die Deep Sparkle Pupa nur dann wenn sie darunter sind. 

Moderne Dubbingmischungen wie die von uns verwendeten Dubbings, die glitzernde Fäden unterschiedlicher Art, eingearbeitet haben erzeugen ähnliche Effekte. Der Ordnung halber muss man sagen, solche Lichteffekte sind besonders stark bei intensiver Sonnenstrahlung, bei wenig Licht aber immer noch sichtbar. In der Dunkelheit sind diese Effekte faktisch nicht vorhanden.

Deep Sparkle Pupa nach Gary LaFontaine
Bindematerialien angepasst an unsere Hydropsychen

Haken                     TMC 3769, Größe 10/12
Bindefaden             olivebraun
Gewicht                   Blei- oder Kupferdraht
Puppenhülle           Antron Yarn cream
Hinterleib                True Dub Hydropsyche 
Beine/Fühler          braune Rebhuhnfibern
Thorax/Kopf           Marabou rusty brown

Die Fliege ist in der Bindeweise nach Gary LaFontaine gebunden, allerdings habe ich die Materialien nach meinen Vorstellungen – für die bei uns vorkommenden Arten – modifiziert. 

Bindefaden anlegen und eine Grundwicklung machen. Bleidraht aufbringen und mit dem Bindefaden sichern. Gary LaFontaine bindet nun oben und unten einen Antron Strang ein. Einfacher ist es, wenn sie die beiden Stränge seitlich anbringen, was auch viele amerikanische Binder in neueren Bindeanleitungen empfehlen. 

Die einfachste Variante ist es hinten mit einer Kreuzwicklung den Antron Strang einbinden (Bild oben). Der Nachteil dabei ist, dass das Antron dabei gebündelt wird.

Er soll aber eher flächig eingebunden sein (Bild unten). Dies erreicht man auf folgende Weise. Den Faden ca. 2 mm Richtung Hakenöhr führen und dort das Antron Yarn mit einer Kreuzwicklung einbinden. 

Beider Stränge links und rechts vom Hakenschenkel nach hinten führen, festhalten, und mit dem Faden nach hinten fixieren (Bild 3).

Der dabei entstehende Wulst wird mit dem nachfolgenden Dubbing ausgeglichen. Dubbing anwinden und den Hinterleib formen (Bild 4).

Die beiden Stränge seitlich nach vorne führen und mit wenigen Wicklungen festlegen (Bild 5).

Mit einer Dubbingnadel beide Stränge leicht öffnen (Bild 6), sodass sie nicht eng am Dubbingkörper anliegen, sondern diesen locker umhüllen (s. unten)

Auf beiden Seiten einige Rebhuhnfibern als Beine/Fühler einbinden (Bild 8).

Drei bis vier Maraboufibern einbinden (Bild 9), leicht verdrallen und den Thorax/Kopf formen (s. unten). 

Mit einem Kopfknoten abschließen. Die fertige Deep Sparkle Pupa (Bilder 10 und 11). Für den Thorax/Kopf gibt Gary LaFontaine auch Dubbing an, wie ich es bei der Emergent Sparkle Pupa weiter unten verwende.

Emergent Sparkle Pupa nach Gary LaFontaine
Bindematerialien angepasst an europäische Hydropsychen
Haken                     TMC 100, Gr. 10/12
Bindefaden             olivebraun
Puppenhülle           Antron Yarn cream
Hinterleib                True Dub Hydropsyche 
Flügel                      Reh- oder Hirschhaar grau
Thorax/Kopf           Magic Dub rotbraun 

Auch dieses Muster ist in der Bindeweise nach Gary LaFontaine.

Der Hinterleib und die Puppenhülle mit Antron Yarn werden auf die gleiche Weise gebildet wie bei der Deep Sparkle Pupa, allerdings ohne Bleibeschwerung. Wir steigen bei Bild 7 des obigen Musters ein. Gary LaFontaine schneidet mit einer Schere (Bild 8 oben links), auf beiden Seiten, einige Fasern des Antron Yarn ab und streift diese zurück (Bild 9 unten).

Diese nach hinten stehenden Fasern sollen die sich vom Körper lösende Puppenhülle imitieren.

Ein Büschel Rehhaar einbinden (Bild 10 unten links) und mit Magic Dub den Kopf formen (Bild 11 unten). 

Die fertige Fliege. Gary La Fontaine gibt wie bei der Deep Sparkle Pupa als Alternative für den Thorax/Kopf Maraboufibern an – was ich für ein Oberflächenmuster als nicht sinnvoll betrachte, weil es schlechte Schwimmeigenschaften hat.

Nach erscheinen seines Buches und Präsentation obiger Muster war es naheliegend, dass andere Binder die Umhüllung des Hinterleibes wie es Gary LaFontaine machte, direkt oder abgewandelt, übernahmen. Außerdem wurden überaus fängige Eintagsfliegen-Emerger, mit dieser Bindevariante des Hinterleibes entwickelt. Viele Binder veränderten LaFontaine’s Muster, in dem Glauben diese fängiger zu machen.

2004 veröffentlichen Jim Schollmeyer und Ted Leeson ein Buch mit dem Titel „Tying Emergers“, worin insgesamt 217 Fliegen, ausschließlich Emerger vorgestellt werden. Auf Seite 77 findet man eine „CDC Bubble Sparkle Pupa“, die ich als äußerst gelungen betrachte und empfehlen kann. 

CDC Bubble Sparkle Pupa nach Jim Schollmeyer
Bindematerialien angepasst an europäische Hydropsychen

Haken                     TMC 100, Gr. 10/12
Bindefaden             olivebraun
Puppenhülle           Antron Yarn cream
Hinterleib                True Dub Hydropsyche 
Flügel                      zwei CDC-Federn
Thorax/Kopf           Magic Dub rotbraun 

Jim Schollmeyer bindet das Antron Yarn seitlich ein und oben darauf zwei mittlere CDC-Federn mit den Spitzen nach hinten (Bild 1). 

Mit Dubbing wird der Hinterleib geformt. Die beiden Antron Stränge werden seitlich nach vorne gelegt und mit einer Dubbingnadel geöffnet (gleich wie bei der Deep Sparkle Pupa beschrieben).

Auf den Körper werden die beiden CDC-Federn, auch vom Dubbingkörper etwas abgehoben, festgelegt. Vorsichtig die beiden nach vorne ragenden Hechelstämme herausschneiden. Keinesfalls die Spitzen abschneiden. 

Ein imitatorisch richtiger Puppenemerger. Das Muster liegt flach im Oberflächenfilm und wird dort von den CDC-Fibern stabilisiert. Die hinter den Hakenbogen ragenden losen Fibern imitieren die sich lösende Puppenhülle.Auch ich binde und fische ein etwas abgeänderte Variante der „Emergent Sparkle Pupa“ mit der ich viele gute Fische gefangen habe. Als Imitat der Hydropsychen hat sie sich an der Gmundner Traun fängig gezeigt, wenn das Schmelzwasser zurückgegangen ist, 

Emergent Sparkle Pupa – Variante
Bindematerialien angepasst an europäische Hydropsychen

Haken                     TMC 2488, Gr. 10/12
Bindefaden             olivebraun
Puppenhülle           Antron Yarn cream
Hinterleib                True Dub Hydropsyche, Diamond Dub braun
Flügel                      Reh- oder Hirschhaar grau
Kopfhechel             Hahnenhechel braun (Ofenhechel)
Thorax/Kopf           Magic Dub rotbraun 

Ich verwende für Puppenmuster auf der Wasseroberfläche grundsätzlich Haken mit geradem Öhr, die leicht bis durchgehend gebogen sind. Den TMC 2488 gibt es nur bis Hakengröße 10 und diese Größe ist ideal für die bei uns vorkommenden Hydropsychen. Für größere Muster nehme ich den TMC 2312.

Hydropsyche – Puppe, Unterseite

Bei Köcherfliegenpuppen ragen auf der Unterseite (Bauchseite) die dunklen Flügelscheiden über den Hinterleib und dieser erscheint deutlich kürzer als auf der Rückenseite (Bild oben). Der Fisch sieht, wenn die Puppe auf der Wasseroberfläche oder knapp darunter schwimmt ausschließlich die Unterseite der Puppe.

Ich mache daher den Hinterleib kürzer und forme mit etwas braunem Dubbing die dunklen Flügelscheiden (Bild 1). 

Der letzte Unterschied zu Gary LaFontaine’s Bindeweise ist – ich binde nach den Flügeln eine Hechel ein und mache mehrere Windungen (Bild 2) bevor ich den Thorax/Kopf mit Dubbing forme und die Fliege abschließe.

Die Hecheln werden auf der Unterseite beschnitten. Voila – die fertige Fliege!

Herzlichen Dank an Walter Reisinger für die Bereitstellung dieses Texts, der 2008 bereits unter www.flyfishingloidl.at erschien.


Möchtest Du mehr Beiträge wie diesen? Schon für wenige Euro im Monat unterstützt du die Arbeit, die hinter dieser Seite steckt. Folge diesem Link, um alles über das Förderprogramm zu erfahren. Du interessierst dich für Angelbücher? Besuche meine Shopseite!

Gefällt

  • Email a link to a friend (Opens in new window) Email
  • Print (Opens in new window) Print
  • More
  • Tweet

Like this:

Like Loading…

Discover more from Forelle & Äsche | Fliegenfischen | Fliegenbinden

Subscribe to get the latest posts sent to your email.

Filed Under: Fliegenbinden

Reader Interactions

Leave a ReplyCancel reply

Primary Sidebar

Inhalt durchsuchen

F&Ä Verlag: Womit alles begann

Faktenbasierter Diskurs

F & Ä Verlag: Neuerscheinungen

Tu Felix Austria – Meinung bilden

Feather Mechanic I + II – im F&Ä Shop

Fliegenfischen Themen Ansehen

Fake News – Faktencheck

LINE POETRY: Christopher Rownes & Juergen Friesenhahn

 

Wie die Zeit vergeht

Demokratie verteidigen

Blog abonnieren

Trage dich hier per Email ein und du erhältst die neuesten Beiträge direkt in deine Mailbox.

Join 2,278 other subscribers
  • Erfolgreicher Abschluss: 'Trout Bum' und 'Forellenjagd' kommen!
  • Tödliche Damsel Nymphe - ein unterschätztes Insekt
  • Leseprobe - Trout Bum: Zeit nehmen und genießen
  • Vorab gelesen: „Forellenjagd“ von Bob Wyatt
  • Fliegenfischen in Nord-Spanien - me gusta!
  • Fliege des Monats: Juni – Damsel Nymphe - Zygoptera
  • A bone to pick - Nymphenfischen auf Barben
  • Drei Knoten die Fliegenfischer üben sollen
  • Fliegenbinden – Dubbing in 10 Schritten – Teil 8
  • Fliege des Monats: Juni – Black Gnat – Bibio johannis

F&Ä Verlag: Die besten Angelbücher

Forelle & Äsche

Forelle & Äsche

Copyright © 2026 · Magazine Pro on Genesis Framework · WordPress · Log in

»
«
%d