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Forelle & Äsche | Fliegenfischen | Fliegenbinden

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Auf nach München- 500 Jahre bayerische Fliegenmuster!

by Tankred Rinder 5 Comments

Beeile dich! Noch bis zum 15. April ist im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum in München die Sonderausstellung 500 Jahre bayerische Fliegenmuster zu sehen. Kuratiert wurde die im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum München zu bestaunende Ausstellung von Gerd-Peter Wieditz und Peter Schmidt. Beide sind keine Unbekannten in der Fliegenfischer-, Sammler- und Autorenszene. Einer zählt darüberhinaus zu den renommiertesten Fliegenbindern Deutschland, der andere hat mit seinem Wissen über die Geschichte des weltweiten Fliegenfischens auf sich aufmerksam gemacht.

Mich als Geschichtsinteressierten freut es, dass der historischen Entwicklung des Fliegenfischens in Deutschland, Österreich und der Schweiz mehr und mehr Bedeutung beigemessen wird. Dass dem Freistaat Bayern dabei eine besondere Rolle zuteil wurde, liegt anhand der geografischen Voraussetzungen ein klein wenig auf der Hand. Dass darüberhinaus München schon immer ein Handelszentrum war und mit den zahlreichen im Umland befindlichen Klöstern frühe Wissensstätten existierten, begünstigte die Sonderstellung die Bayern für die Entwicklung unserer Leidenschaft einnimmt. Gerätschaft, Fliegenmuster, Handel, Forschung und Literatur – das alles war in hohem Ausmaß von Nürnberg bis Berchtesgarden über die Jahrhunderte vorzufinden.

Nicht für jeden am Fliegenbinden Interessierten ist der Weg nach München ein Katzensprung. Um die interessanten historischen Fliegen aus dem bayerischen Raum einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen, beschlossen die beiden Macher und Kuratoren Wieditz & Schmidt, begleitend zur Ausstellung eine Museumsbroschüre zu veröffentlichen. Bei den beiden Autoren des Heftes wollte ich nachhaken, was der Anlass für die Ausstellung und die begleitende Broschüre 500 Jahre bayerische Fliegenmuster war und was sie Wissenswertes und Interessantes zu bieten hat.

F&Ä: Eure Ausstellungsbroschüre 500 Jahre bayerische Fliegenmuster ist inhaltlich ein echter Leckerbissen. Wie seid ihr auf das Thema der Ausstellung gekommen?

Peter Schmidt: Als wir 2022 unser Buch „Fliegenfischen – Geschichten aus 2000 Jahren Flugangeln“ veröffentlichten, stellten wir beim Schreiben der Artikel fest, dass viele moderne und historische Fliegenmuster oder deren Beschreibungen aus alten Büchern aus dem heutigen Freistaat Bayern stammen. Daher kam uns die Idee, einige interessante Exponate bayerischer Fliegenbindekunst, die wir im Buch zeigen und beschreiben, auch in einem Museum auszustellen.

Dazu kam noch der Wunsch, eine eigene Broschüre für die Ausstellung aufzulegen. Um alte Bindeanleitungen und Zeichnungen in den Artikeln lebendig erscheinen zu lassen, mussten wir uns also auch Gedanken zum Layout machen. Denn die neue Publikation sollte sich von unserem Buch abheben. 

Um das zu erreichen, haben wir Ausschnitte aus alten Gemälden verwendet, um zum Beispiel das Kloster Tegernsee (heute Schloss Tegernsee) zu zeigen oder ein Bild eines Gebirgsbaches, das um 1900 gemalt wurde. Künstlerin Angela Lenz hat vor einigen Wochen spontan eine (erdachte) Szene aus dem Tegernseer Manuskript gezeichnet, die mir besonders gefällt.

Auch haben wir einige neue Exponate für die historischen Artikel über die klassischen bayerischen Fliegen aufstöbern können, wie z.B. eine alte Preisliste der Firma Bavaria. Zudem haben heutige bayerische Fliegenbinder der Extraklasse uns einige ihrer Meisterfliegen zukommen lassen. Auch die großformatig abgebildeten historischen Fliegen, von Gerd-Peter Wieditz anhand jahrhundertealter Anleitungen nachgebunden, sind aus meiner Sicht eine Augenweide unseres Heftes.

F&Ä: Also der Titel eurer Ausstellung 500 Jahre bayerische Fliegenmuster bezieht sich auf verschiedene Meilensteine bayrischer Fliegenbindekunst der letzten 500 Jahre und was dazu gehört?

Peter Schmidt: Richtig, wir starten unser Zeitreise mit dem Tegernseer Manuskript um 1500, denn dieses alte Schriftwerk war so etwas wie der Startschuss für das moderne Fliegenbinden und Fliegenfischen. Nicht nur in Bayern übrigens. Die Reise führt dann über Aufzeichnungen von der Wiesent aus dem 18. Jhdt. ins München des späten 19. Jhdt und frühen 20. Jhdt. mit seinen beiden bedeutenden Protagonisten Wilhelm Bischoff und Dr. Karl Heintz. 

Die bayerischen Fliegen hätten wahrscheinlich nie diesen Ruf erlangt ohne die Münchner Händler Hildebrand/Wieland und die Firma Stork, die wir ebenfalls beleuchten. Ausklingen lassen wir die geschichtliche Reise der Broschüre mit der Firma Bavaria aus dem mittleren 20. Jhdt. und dem J. Schück Verlag während der letzten Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts.

F&Ä: Einige Inhalte eurer Ausstellungsbroschüre 500 Jahre bayerische Fliegenmuster sind bereits in eurem Buch beschrieben. Was ist daher neu an den Episoden der Ausstellungsbroschüre?

Peter Schmidt: In unserem Buch werden die einzelnen Kapitel sehr ausführlich beschrieben. Daher hat es auch über 350 Seiten. In der Broschüre haben wir die Geschichten nicht nur optisch verändert, sondern die die komprimierten Texte und alten Bilder oder Fliegentafeln neu komponiert, Fliegen als Makroaufnahme fotografiert oder Produktbilder hinzugefügt. So zum Beispiel einen Bavaria Tandem-Streamer oder eine Katalogseite, auf der ein Bavaria-Bindestock zu sehen ist. Interessant ist auch Gerd-Peters Artikel „Historische Fliegenmuster heute“, in dem er beschreibt, mit welchen Techniken und Materialien er die alten Fliegen nachbindet. 

Oder der Artikel „Der Fliegenfischer“, der den J. Schück-Verlag beleuchtet und die erste im „Fliegenfischer“ veröffentlichte Bindeanleitung von 1975 zeigt. Es werden auch interessante Bücher aus dem J. Schück Verlag vorgestellt und Hans Nischkauer, ein grandioser Autor aus Wien, hat interessante Textsequenzen für den Artikel verfasst. Mir gefallen aber auch die Fliegenportraits der modernen bayerischen Fliegenbinder, die wir auf den abschließenden Seiten der Broschüre vorstellen.

F&Ä: Ganz abgesehen von der lesenswerten Broschüre, ist euch im Zusammenhang mit der Ausstellung ein besonderer Coup gelungen. Erzähl uns bitte mehr.

Peter Schmidt: Die Rolle Bayerns für die gesamte Entwicklung des Fliegenfischens ist vielen Akteuren gar nicht bewusst. Allen voran das um 1500 verfassteTegernseer Manuskript, ein 15,5 x 10,5 cm großes Büchlein mit 50 detaillierten Bindeanleitungen für Fliegen, ist dabei aus historischer Sicht von großer Bedeutung. Über Jahrhunderte wurde es im Kloster Tegernsee (heute Schloss Tegernsee) aufbewahrt.

Sonntag den 30. März wird das originale Tegernseer Manuskript als Leihgabe der Bayerischen Staatsbibliothek im Zuge der Ausstellung 500 Jahre bayerische Fliegenmuster im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum in München für einen einzigen Tag zu der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es ist eine einzigartige Gelegenheit, das für gewöhnlich unter Verschluss gehaltene Büchlein zu bestaunen.

F&Ä: Wenn das mal keine Gelegenheit ist, an jenen Sonntag einen Museumsbesuch zu planen! Danke für das Interview und vor allem euren Einsatz für die Schaffung eines Bewusstseins um die historische Bedeutung des Fliegenfischens.

Sollte der Weg nach München zu weit sein, so ist die 44-seitige Ausstellungsbroschüre auch im Shop von Forelle & Äsche Verlag erhältlich.

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Filed Under: Allgemein

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  1. Heribert Hahne says

    at

    Heribert Hahne, 5559 HWY 31, Kaslo, BC Kanada (V0G 1M0)

    Lieber Tankret, diese Ausgabe gefällt mir besonders gut. Als ich ‘München’ und ‘Fliegen’ gelesen habe, kam mir etwas in den Sinn, das schon 50 Jahre Jahre in mir geschlummert hat. Mach mit der folgenden Story was Du willst. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, die Geschichte einmal nieder zuschreiben.

    1975 habe ich zusammen mit einem Freund, die damals in Deutschland sehr bekannte Firma BAVARIA besucht. Anlass war eine Einladung der damaligen Chefin von BAVARIA, einen S8-Werbefilm für Messen zum Thema bzw. mit dem Titel “Fliegenbinden in in Bayern – BAVARIA” zu drehen.
    Es war ein Sonntag und die Geschäfts- und die Produktionsräume der Firma war menschenleer – nur die Chefin und eine feiertagsmäßig herausgeputzte, mittelalte Fliegenbinderin im drallen Dirndl und wir zwei Hansel, waren in den Hallen der Manufaktur … und der “Dreh” begann. Sie (das Dirndl) drehte an einem etwas mittelalterlich anmutenden Bindestock – wir mit einer modernen Beaulieu S8-Filmkamera und ebenso drehte sich ein UHER REPORT Tonbandgerät.
    Das Dindl band auf einen 6er Einzelhaken (wir hatten darum gebeten, eine möglichst große Fliege zu binden) ein “Maifliegerl” mit gewölbten Enten-Federn (weiß mit fein gesprenkelten grauen Pünktchen) die so groß und steif waren, dass man das Gebilde ruhig auch Mai – F l i e g e r hätte nennen können. Dabei klimperten die “goldenen” Armreifen und der Busen wogte im Rhythmus ihrer flinken Hände.
    Schließlich (und nach 11 Rollen Filmmaterial – ich hatte viele Einstellungen mit High-Speed gedreht, um “Zeitlupenaufnahmen” von dem Entstehen eines Kunst-Fliegers zu haben), war das “Maifliegerl” fertig und und mit einem Tropfen Lack “flugtauglich” gemacht. Stolz lächelnd hielt sie das Wunderwerk in die Kamera und zupfte zart am 3-teiligen Entenschwungfederschwänzchen.
    Wir bedankten uns mit reichlich lobenden Worten und knechteten meinen Ford nach Köln. Eine Woche später kamen die entwickelten Umkehrfilme aus dem Labor zurück. Gierig zogen wir uns die Aufnahmen rein … und waren enttäuscht. War’s das Licht? War’s das Klimpern der Armreifen? Der wogende Busen war es jedenfalls nicht! Wir sollten einen Werbefilm machen! Was wir da produziert hatten, war eine Farce! Wir waren beide Fliegenbinder von Amateurs Gnaden. Aber wir hätten den “Mai-Flieger” besser gemacht! Nein, dafür wollten wir unseren Namen nicht hergeben. Also war die ganze Aktion wie ein “Wort mit X” … nix!

    Die Chefin von BAVARIA hat sich zwar entschuldigt aber auch keinen Pfennig bezahlt. Und wir beiden “Filmemacher” waren um eine Erfahrung reicher.

    Heribert Hahne

    Reply
    • Tankred Rinder says

      at

      Lieber Heribert,
      habe mich eben köstlich amüsiert. Beinahe hätte ich den Eindruck gewonnen, beide Teams, die vor und hinter der Kamera, hätten sich einen Schnitzer erlaubt. Ändert nichts an der Dramaturgie. Musst ungläubig laut schmunzeln. Grüße nach Kanada, LG Tankred

      Reply
      • Heribert Hahne says

        at

        Freut mich dass ich Dich zum Schmunzeln gebracht habe. Manchmal kommt die Erkenntnis erst, wenn man ein Machwerk mit den Augen eines Außenstehenden betrachtet. Gruß Heribert

        Reply
  2. Winfried STEPHAN says

    at

    Hallo Tankred

    deinen blog lese ich ja regelmässig, sehr gut gemacht, und danke für das Interview mit Peter Schmidt und deinen Hinweis auf den Anlass am kommenden Sonntag im Münchner Museum.
    Womit du mich in Verlegenheit bringst: soll ich tatsächlich am Sonntag vor der EWF nach München fahren, dann ein paar Tage später wieder.
    Aber die Verlockung ist gross, das Tegernseer Fischbüchlein einmal im Original zu sehen, also wahrscheinlich komme ich doch nach München.
    Seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts habe ich mich mit der Geschichte der (Fliegen)Fischerei beschäftigt. Angefangen hat das mit der Artikelfolge von Michael Hofmaler im Fliegenfischer von Jochen Schück “unsere literarische Tradition”, dann Stölzle/Salomon, und dann 1997 Toronto University Press das epochale Buch vom kanadischen Historiker Richard C. Hoffmann”Fisher’s Kraft and Lettered art. Tracts on Fishing from the End of the Middle Ages”, darin das Tegernseer Fischbüchlein in einer deutschen Transkription.
    In der Folge habe ich mit dem legendären Mediävisten Peter Wapnewski korrespondiert, es war im Vor-Internet-Zeitalter, ob der Begriff VERDERAngel noch irgendwo anders auftaucht, W. verneinte, belehrte mich das dass es sich beim VEDERANGEL um ein starkes Maskulinum handelt, sein Brief liegt noch im Buch.
    Bei Recherchen für unsere Montaigne-Ausgabe in der Übersetzung von Tietz (1753) bin ich dann auf Schreber’s Nachwort im Duhamel gestossen, der die Fliegenfischerei an der Wisent beschreibt, alles brav an Schück weitergeschickt.
    So jetzt muss ich auf hören von alten Zeiten zu erzählen – auf nach München.
    Herzliche Sonntagsgrüsse

    Winnie

    Reply
    • Tankred Rinder says

      at

      Hallo Winnie,
      vielen Dank für diesen ausführlichen und höchst interessanten Kommentar! Dass Du meinen Blog schon über viele Jahre die Treue hältst und noch immer davon begeistert bist, freut mich wahnsinnig.
      Dein Dilemma betreffend: Wenn es die Zeit erlaubt und die Anreise nicht zu strapaziös erscheint, fahr doch 2x nach München. Für literatur- und geschichtsbegeisterte Menschen ist es bestimmt ein erhebendes Erlebnis, ein ansonsten unter Verschluss befindliches 500 Jahre altes Büchlein bestaunen zu können.
      Viele Grüße, Tankred

      Reply

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