Fliege des Monats: März – March Brown – Märzbraune

Rhithrogena germanica subimago

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Die March Brown oder Märzbraune ist ein, zumindest im deutschsprachigem Raum, besonderes Phänomen. Kaum eine andere Fliege – egal ob künstlich oder echt – kann mit ihrem Bekanntheitsgrad mithalten und das, obwohl Rhitrogena Germanica in unseren Breiten äusserst selten vorkommt. Laut Reisinger, Bauernfeind und Loidl (Entomologie für Fliegenfischer) ‚ findet man sie in Deutschland etwa in der Isar im Raum München und in der Argen im Bodenseegebiet. In Österreich wurde die Art seit dem Ausgang des vorigen Jahrhunderts nicht mehr gefunden und gilt als verschollen.

Ihre Popularität verdankt sie wohl ihrem noch immer häufigen Auftreten in Großbritannien und dem Umstand, in ganz frühen Büchern zum Fliegenfischen dort erwähnt zu werden. Wenig verwunderlich, ist die Märzbraune doch eine besonders schöne Fliege. Für Salmoniden als auch Döbel & Co.

Dort wo man sie antrifft, an zügigen Rieselstrecken in Bächen als auch Flüssen, vom Flachland bis in gebirgige Regionen, ist sie leicht durch ihr auffälliges, bestechendes Äusseres zu erkennen – den großen gefleckten Flügeln, der sehr dunklen Flügeladerung und zwei sehr langen Hinterleibsfäden.

Forelle & Äsche zeigen eine eindeutige Präferenz für die aufsteigende Nymphe und March Brown Duns spielen imitatorisch eine sehr untergeordnete Rolle. Nassfliegen, Spiders, Emergers sind die am besten geeignete Imitation einer Fliege von der G.E.M. Skues schon behauptete: ‚…ohne Zweifel ist die March Brown eine exzellente Fliege und als solche wenn allgemein gültig gebunden, eine recht armselige Imitation der March Brown und eine durchaus vertretbare Imitation von beinahe allem anderen‚.

Walter Reisinger – Marchbrown

Walter entschied sich für diesen Beitrag für einen oberflächennah gefischten March Brown Spider, der die schlüpfende Nymphe imitiert.

Bindematerial:
Haken:                    TMC101 Gr. 12
Bindefaden:            dunkelbraun
Schwanzfäden:       braun gesprenkelte Rebhuhnfibern
Rippung:                 flaches Silbertinsel
Körperdubbing:       Davy Wotton SLF Squirrel Dubbing Dark Brown
Thoraxdubbing:       Seehunddubbing rot
Kopfhecheln:           Hennenhechel braun (furnace) und Rebhuhn braun

© Walter Reisinger

© Walter Reisinger

Bindefaden anlegen und für das Schwänzchen eine Rebhuhnfeder wie abgebildet vorbereiten.

© Walter Reisinger

© Walter Reisinger

Schwänzchen und Rippungsfaden einbinden. Mit Dubbing den Körper formen.

© Walter Reisinger

© Walter Reisinger

Mit dem Rippungsfaden in Gegenrichtung sichern. Von der Rebhuhnhechel einseitig die Fibern entfernen und mit der Spitze einbinden. Anschliessend die Hennenhechel einbinden.

© Walter Reisinger

© Walter Reisinger

Dubbing am Garn anwinden und damit Thorax formen. Mit der Hennenhechel einen Hechelkranz formen und mit dem Bindefaden abfangen. Danach mit der Rebhuhnhechel einen weiteren Hechelkranz formen. Zuletzt abbinden, mit Kopfknoten versehen und lackieren.

© Walter Reisinger

© Walter Reisinger

Voila, der fertige March Brown Spider!

Sven Ostermann – Marchbrown

Sven nimmt sich der bekanntesten Repräsentation der Märzbraunen an und bindet eine klassischen March Brown Nassfliege.

© Sven Ostermann

© Sven Ostermann

Bindematerial
Haken:                  Nassfliegenhaken VMC 9280BZ
Bindefaden:          Dyneema (Köpfchen mit Permanentmarker braun gefärbt)
Schwänzchen:      Mallard Flankenfedern oder Rebhuhnrupf
Körper:                  Hares Ear/ Hasenfell
Rippung:               Goldtinsel geprägt (embossed)
Hechel:                 Rebhuhnrupf
Flügel:                   Fasanenfeder (Henne) oder ähnlich

© Sven Ostermann

© Sven Ostermann

Den Haken einspannen, eine Grundwicklung legen und ein kleines Bündel Mallard (Stockente) Fibern am Schenkelende einbinden.

© Sven Ostermann

© Sven Ostermann

Ein ungefähr zehn Zentimeter langes Stück Gold Tinsel einbinden.

MBD SO 3

© Sven Ostermann

Hares Ear/ Hasenfell um das Garn zwirnen.

MBD SO 4

© Sven Ostermann

Mit dem Dubbingstrang auf ungefähr 2/3 des Hakens, den Körper bilden.

MBD SO 6

© Sven Ostermann

Das Gold Tinsel in gleichmäßigen Windungen an das Körperende führen.

© Sven Ostermann

© Sven Ostermann

Eine Rebhuhnfeder an der Federspitze wie abgebildet einbinden.

© Sven Ostermann

© Sven Ostermann

Ein bis maximal zwei Windungen mit der Feder anbringen.

© Sven Ostermann

© Sven Ostermann

Idealerweise, von zwei zusammengehörigen Fasanen Hennenfedern (linker u. rechter Flügel), einige Fibern trennen, übereinander legen und so das Flügelpaar bilden. Mit zwei lockeren Garnwindungen, die Flügeln fixieren. Die lockeren Schlaufen platzieren die Flügel mittig am Haken, ohne dass sich diese um den Haken winden.

© Sven Ostermann

© Sven Ostermann

Erst in diesem Schritt das Garn in der dritten Windung straff nach unten ziehen und die Flügel fest fixieren. Mit einem Kopfknoten versehen und lackieren und fertig ist diese ikonische Nassfliege. Viel Spaß beim Binden!

Comments

  1. Manfred Dillinger says:

    Guter Beitrag, denke aber mal, das die Köcherfliege wesentlich bekannter ist. Nur meine Meinung.
    LG Manfred

    • Hallo Manfred,
      freut mich, dass Dir unser Beitrag gefällt. Ich bin voll und ganz bei Dir, dass die Familie der Köcherfliegen – speziell unter Fliegenfischern – wahrscheinlich noch bekannter ist als Eintagsfliegen. Als eigene Art und als Kunstfliege ist die Märzbraune jedoch schwer zu toppen. Dass drückt sich meiner Meinung schon dadurch aus, dass bei Köcherfliegenimitationen ganz selten die Artbezeichnung z.B. ‚Cinnamon Sedge‚, ‚Hydropsyche‚ herangezogen wird und Imitationen häufig nach Entwicklungsstadien ‚Caddis Pupa‘ oder Verhalten ‚Peeping Caddis‚ benannt werden. Aber, Meinungen und Überzeugungen, sind halt auch nur sich oft ändernde Haltungen, die selten in Stein gemeisselt sind. Danke für Deinen Beitrag!
      Viele Grüße, Tankred

  2. Wlter Reisinger says:

    Freut mich, dass Dir meine Fliege gefällt, fängt aber wenn wirklich Märzbraune schlüpfen nicht mehr als Deine.

  3. Lieber Walter, ich freue mich, dass Du dieses Mal wieder dabei bist. Deine March Brown „Flymph“ gefällt mir sehr gut.

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